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Tagesablauf Beispiel Essay

Es sind oft die alltäglichen und scheinbar kleinen Dinge, die einen innehalten lassen und nachdenklich machen. Bei mir war es das Vogelhäuschen im Garten. Zunächst war ich in meiner Vaterrolle noch siegesgewiss, als ich vor meiner Tochter stand und staatstragend vorschlug, das Häuschen zu beseitigen.

Die Antwort meiner Tochter war so ernüchternd wie wegweisend. „Wer sich im Winter nicht um das Vogelhaus und die Vögel kümmert, hat kein Recht, im Frühling mitzubestimmen, dass das Haus wegkommt.“

Die Eindeutigkeit, mit der meine Tochter ihren Standpunkt vertreten hat, hat mir imponiert. Doch was war die Grundlage ihres couragierten Verhaltens? Der nahe liegende Schluss, sie habe diese Gabe von ihrem Vater, erschien mir bei Betrachtung der Beziehungsverhältnisse in der Familie zu vordergründig.

„Kinder brauchen Vertrauen. Erfolgreiches Lernen durch starke Beziehungen“, lautet der Titel eines Buches des Göttinger Hirnforsches Gerald Hüther. Das Buch hat mir gefallen, weil es spannende Erkenntnisse liefert und den Blick auf einen Aspekt lenkt, der in der Pädagogik und bei der häuslichen Erziehung oft vernachlässigt worden ist.

„Die Wurzeln, mit denen sich die Kinder fest im Boden verankern können und die es ihnen ermöglichen, Flügel zu entwickeln, die sie später durchs Leben tragen, sind sichere emotionale Beziehungen zu jenen Menschen, bei denen sie aufwachsen.“ Das ist die Kernthese des Buches. Sichere soziale Bindungen sind notwendige Voraussetzungen für eine gute kindgerechte Entwicklung. Wird in den Familien diese Grundlage nicht in ausreichendem Maße geschaffen und findet sie in Kindergärten und Schulen keine ausreichende Würdigung, Unterstützung und Begleitung, wird dies einen langfristig negativen Einfluss auf die Entwicklung der Kinder haben.

Zu viele Kinder lernen, ihren Willen durchzusetzen, bevor sie überhaupt verstanden haben, was sie eigentlich wollen. Kinder, die das Nachgeben nicht gelernt haben, sind auf dem besten Wege, Außenseiter zu werden. Schlecht erzogene Kinder sind unglück-liche Kinder. Verwöhnte Kinder sind einsame Kinder.

Alle Kinder verfügen über besondere Stärken, Talente und Neigungen. Kinder stark zu machen für das Leben, sie zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu erziehen verlangt von Eltern und Institutionen nicht nur Kenntnisse über Entwicklungs- und Erziehungsfragen. Sie brauchen auch die Kompetenz, Grundwerte unserer Gesellschaft weiterzugeben. Dies stellt für Mütter und Väter eine Herausforderung dar, bei deren Bewältigung wir ihnen helfen müssen. Die Erziehungskompetenz zu fördern bedeutet daher, Mütter und Väter für die Stärken ihrer Kinder zu sensibilisieren und sie in die Lage zu versetzen, die bestmöglichen Umstände für deren Entwicklung zu schaffen.

Dazu gehört zum Beispiel die Leseförderung. Vorlesen muss zum normalen Tagesablauf gehören wie Essen und Zähneputzen. Es kann nicht sein, dass unsere Kinder schon frühzeitig den Umgang mit dem Computer erlernen, gleichzeitig aber Singen und Musizieren vergessen wird. Auch Haustiere können für die Erziehung eine große Rolle spielen: Hunde, Katzen oder Fische fordern Verantwortung und Betreuung (z.B. regelmäßiges Füttern), sie können die eigene Passivität überwinden helfen. Genauso wichtig sind Ernährung und Bewegung. In Deutschland sind zehn bis 20 Prozent der Schulkinder übergewichtig. US-Forscher gehen davon aus, dass Fettleibigkeit und Bewegungsmangel schon in diesem Jahr das Rauchen als Todesursache Nummer eins in den USA ablösen werden.

Die zentrale Erziehungsaufgabe ist die Vermittlung von Werten. Doch der „Wertepluralismus“ irritiert viele Eltern. Worauf kommt es also an? Einige Beispiele seien genannt:

Hilfsbereitschaft und Solidarität gegenüberanderen; Rücksichtnahme und Toleranz; bei Interessenkonflikten Bereitschaft zu fairem Verhalten; Aushalten von Belastungen (z.B. bei Kritik, Krankheit, schlechter Note); sich auch unangenehmen Dingen des Lebens stellen; Freundlichkeit und Höflichkeit; Bereitschaft, sich an Regeln und Verpflichtungen zu halten, zu Hause, in der Schule, in der Öffentlichkeit; Geduld, wenn etwas nicht sofort erreichbar ist; Ausdauer, ein Ziel zu verfolgen.

Die moderne Werteerziehung geht davon aus, dass Werte nicht einfach gelehrt oder übermittelt werden können, sondern in der aktiven Auseinandersetzung täglich neu erlebt und gefestigt werden müssen. Man muss den eigenen Standpunkt kennen, und man muss die Zivilcourage haben, ihn begründet aus-zusprechen, auch gegen Widerstände! Sonst wird Vielfalt zur Beliebigkeit.

Eltern und Pädagogen sollten die Kinder befähigen, Standpunkte zu vertreten. Wir müssen vermitteln, dass auch das Sinn hat und Sinn macht, was nicht nur nützlich ist. Allmächtige Rezepte gibt es keine, aber Grundsätze bei der Erziehung unserer Kinder, die meines Erachtens tragfähig sind:

Wir müssen als Eltern den Mut haben, Stellung zu beziehen, in der Familie, bei den Kindern, bei anderen Eltern, in der Schule.

Wir müssen den Mut haben, alte Werte mit neuem Leben zu füllen (etwa: Ausdauer, Toleranz, Achtung und Respekt vor den anderen).

Wir müssen als Eltern den Mut haben, den Kindern Grenzen zu setzen und die Einhaltung eines realistischen Rahmens zu fordern. Wenn Kinder keine Tabus mehr kennen, können sie auch keine Werte mehr verinnerlichen.

Wir müssen als Eltern den Mut haben, Werte auch als Vorbild vorzuleben. Nur die Verlässlichkeit der Eltern gibt Kindern die Chance, sich mit der Stabilität der Eltern zu identifizieren. Verlässlichkeit heißt Lenkung, Leitung und Eindeutigkeit gegenüber dem Kind. Vater und Mutter haben die Aufgabe, Halt zu geben und halt zu sagen. Nachgiebige Eltern geben ihren Kindern keinen Halt.

Wir müssen alle den Mut haben, die Kinder zu mutigen Zeitgenossen zu erziehen.

Das heißt in letzter Konsequenz aber auch, dass wir es als Eltern aushalten müssen und auch wollen, dass unsere Kinder zu selbstbewussten und zuweilen kritischen Persönlichkeiten heranreifen. Dass meine eigene Tochter mir mit guten Argumenten aus der Position der Stärke heraus entgegengetreten ist, hat mir gezeigt, dass es sich lohnt, unsere Kinder zum Mut zu erziehen. Wir Eltern müssen den Mut haben, das auch zu wollen!

Das Futterhaus jedenfalls steht saniert in unserem Garten. Meine Tochter hat gelernt, dass sich couragiertes Eintreten mit Argumenten auszahlt, dass sich Einsatz lohnt.

„In den Familien muss Vorlesen zum normalen Tagesablauf gehören wie Essen und Zähneputzen“



„Wenn Kinder keine Tabus mehr kennen, können sie auch keine Werte mehr verinnerlichen“

Ich stehe morgens normalerweise um acht Uhr auf , wenn ich zur Schule muss. Dann gehe ich direkt ins Badezimmer, dusche und ziehe mich an. Danach esse ich Cerealien zum Frühstück und trinke einen warmen Kakao. Dann putze ich meine Zähne und mache mich auf den Weg zur Schule. Ich wohne nicht weit von der Schule, so dass ich erst um 8.45 h das Haus verlassen muss. Die Schule fängt um neun Uhr an. Um 12 Uhr mittags habe ich meine Mittagspause und esse zusammen mit meinen Freunden. Um 3.30 h gehe ich wieder nach Hause. Dienstags und Donnerstags bleibe ich zwei Stunden länger, da ich dann noch Fußball spiele. Zu Hause ruhe ich mich für eine halbe Stunde aus und mache dann Hausaufgaben, falls ich welche auf habe. Danach treffe ich mich entweder mit Freunden oder verbringe Zeit mit meiner Familie. Ich gehe normalerweise zwischen zehn und elf Uhr ins Bett und lese noch ein Buch für eine halbe Stunde bevor ich schlafe. Am Wochenende stehe ich zwischen 10 und 11 Uhr auf und gehe nicht vor Mitternacht ins Bett.

And here is my English version:

I normally get up at 8 a.m. when I have to go to school. I go straight to the bathroom, then take a shower and get dressed. After that, I have cereal for breakfast and a hot chocolate. Then I brush my teeth and start walking to school. I live close to school, so I leave the house by 8:45 a.m. School starts at 9 a.m. I have my lunch break at noon and eat with my friends. I walk home at 3:30 p.m. Tuesdays and Thursdays, I stay for two hours longer at school to play soccer. At home, I relax for half an hour and then do my assignments if there are any. After that, I either meet with friends or spend time with my family. I normally go to bed between 10 and 11 p.m., and I always read a book for half an hour before I sleep. On the weekend, I get up between 10 a.m. and 11 a.m., and I do not go to bed before midnight.